Galerie Eiting | D-Pfullingen


SWABIAN LANDSCAPES – SWABIAN SPACES

Ausstellungsdauer: 08.03.-19.04.2015

Vernissage: 08.03.2015

Atelier Eiting
Gönninger Straße 37
D-72793 Reutlingen/Pfullingen

Einladungstext von Dr. Ute Schönfeld-Dörrfuß, Waiblingen:

Die Klaviatur der digitalen Fototechnik beherrscht Maks Dannecker perfekt. Mit den daraus resultierenden Möglichkeiten der Abstraktionsverfahren schafft sie neue Räume, teils irritierende, teils scheinbar vertraute Realitäten. Ihr künstlerisches Schaffen bedeutet für die Fotokünstlerin eine neue, fiktive Welt zu kreieren, die keine belehrenden Utopien vorgibt, sondern die Suche nach der Wahrnehmung erweitern will. Um dies zu erreichen, collagiert sie verschiedene reale Ebenen aus ihrem persönlichen Umfeld und schafft damit Traumhaftes und Mystisches, neue Metaebenen entstehen. So beansprucht auch das Irreale den gleichen selbstverständlichen Realitätscharakter wie die alltägliche Wirklichkeit, die selbst oft absurd erscheint. Die Vereinigung nicht zusammengehöriger Dinge auf einer Collage bedeutet eine Enttextualisierung und zielt auf die Erweiterung des Bewusstseins und der Realität ab.

Die Arbeit Maks Danneckers beruht auf der abstrahierenden fotographischen Darstellung der Vorstellungswelt, wobei die Dinge aus ihrem natürlichen raum-zeitlichen Zusammenhang herausgerissen und zu immer neuen erzählerischen Bildern zusammengesetzt werden. Ihre Fotocollagen geben die Verbindung zwischen Vorgestelltem und sinnlich Wahrgenommenem wider, indem sie in ihre künstlerische Ausdrucksweise Fragmente aus ihrem beruflichen und privaten Alltag integriert. Ihr Interesse gilt dem Hintergründigen. So inspiriert sie die eigene Auftragsfotographie zu weiterer Recherche im persönlichen und historischen Umfeld, um darauf mit ihren Ausdrucksmitteln wie Einschleusen von Fremdkörpern, Hervorheben, Verfremden und der konsequenten Anwendung digitaler Bildverarbeitungswerkzeuge zu reagieren.

In der Ausstellung im Atelier Eiting setzt sich Maks Dannecker mit der Landschaftsmalerei Ernst Eitings auseinander. Die Begegnung mit der abstrahierenden Landschaftsauffassung Eitings löste in Dannecker den Wunsch aus, darauf mit digital verwandelten neuen Bildern zu antworten. Malerei contra Digitalfotographie. In ihrem Abstraktionsverfahren nutzt die Fotokünstlerin die moderne Technik und bestimmt die Position von Farbwerten der Malerei, um darauf fototechnisch zu antworten. Ihre Werke nehmen Bezug auf den Raum und sind auf die Galerie Eiting abgestimmt.

Aus dem umfangreichen Werk von Ernst Eiting steht diesmal eine Werkgruppe im Mittelpunkt, die sich durch eine besonders pastose Malweise auszeichnet. Schwäbische Landschaften gemalt mit kräftigen, ausdrucksstarken und breiten Pinselstichen, im Wandel der Jahreszeiten, variieren zwischen gegenständlicher und abstrahierender Erscheinungsweise und unterstreichen die malerische Virtuosität des Pfullinger Malers Ernst Eiting.

© Text: Dr. Ute Schönfeld-Dörrfuß, Kunsthistorikerin

 

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