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Ulrike Guggenberger: Gespräch mit Maks Dannecker. Salzburg, 2012

„Die Natur des Menschen ist Kunst“
(Johann Gottfried Herder)

Maks‘ künstlerisches Schaffen entwickelte sich prozesshaft, ohne Eile.
Von der Ausbildung her ist sie Fotografin. Mit den Jahren perfektionierte sie ihr Handwerk so, dass sie jede Situation zu meistern verstand. Ein Teil ihrer Arbeitsaufträge rekrutiert sich bis heute aus dem Bereich des Edelmetallsektors. Werbende Präsentation von Gold- und Silbermünzen sowie Produkte wie Goldbarren, Geldstempel, Geldzählmaschinen und Schließfächer etwa sind ihr tägliches Brot.

Wie von selbst stellte sich mit anwachsendem Basiswissen auch Interesse für den Hintergrund ihrer Arbeit ein. Von Objektaufnahmen kommt sie zu Architekturaufnahmen der großen Firmen und Edelmetallhändler, schreibt Internetpublikationen, Fachblogs über Wertmetalle und Edelmetallprodukte, und stößt vor zur Geschichte ihres Gegenstandes: Gold. Ein Wert, der bis heute seinen Glanz nicht verloren hat.
Gold und Geld, seit jeher eng mit dem Treiben des Menschen verbunden, gipfeln im Wunsch, Gold selbst herstellen zu können. Durchs gesamte Mittelalter geistern die Erzählungen erfolgloser Alchemisten. Noch heute werden Goldbarren aus Angst vor Verlust an geheimen Orten im Boden verscharrt. Noch immer sucht man den Wert des Geldes durch Gold zu erhöhen. Für manche eine fremde Welt – Maks kann sie dokumentieren und spricht dabei von zeitgenössischen Alchemisten.

Bewusst oder unbewusst – Maks beginnt nach eigenen Schätzen und Werten zu suchen. 
Sucht nach Querverbindungen zwischen Innen- und Außenwelt, um Leben und Arbeit in Bezug zu setzen. Zunehmend bekommt Ihre private Fotografie ein Eigenleben. Ausstellungsbesuche ordnet Maks als Erkundung ein, ist mit dem Geschauten (meist) nicht zufrieden und macht sich selbst auf den Weg. Zunehmend deutlicher wird ihr bewusst, wie sehr sie die reduzierte, stille, minimalistische Ästhetik ihrer persönlichen „heilen Welt“ braucht, sich darin aufgehoben fühlt. „Ich schreie nicht laut mit meiner Kunst“, sagt sie. Mit wenigen gestalterischen Mitteln, durch Hervorheben, Zurücknehmen, Einschleusen von Fremdkörpern, Formen und Farbpartikel erzählt sie Hintergrundgeschichten. Auf dem selben Blatt, Schichten des Erkennens vergleichbar, geht eine Geschichte in eine nächste über, ein unerschöpfliches Deuten. Fragmente aus ihrem beruflichen und privaten Alltag blitzen während ihrer Arbeit auf, sinken ein und tauchen als selbständige Bildelemente in ihrem Schaffen wieder auf. „Kunst machen, bedeutet für mich, eine fiktive Welt zu kreieren.“ Keine Postulate, keine weltverbessernden Phantasien, Maks sucht nach Wahrnehmungserweiterung. Recherche und Basiswissen immer vorausgesetzt.
 Und Maks liebt alttestamentarische Geschichten, entdeckt einen persönlichen Wert darin, alte Schriften auf die heutige Zeit hin zu interpretieren. Ihre bildnerisch-fotografische Übersetzung basiert auf einer sehr eigenwilligen Zeichensprache, drückt sich über ihren spirituellen Umgang mit Licht aus. Ihr berufliches Umfeld spielt immer mit herein. Hier wie da pflegt sie einen hohen ästhetischen Anspruch, sowohl für ihre angewandte als ihre freie Kunst. „Meine Motive dürfen nicht banal sein, ich will das Ungewöhnliche“, verlangt Maks von sich. Vom Betrachter ihrer Arbeiten erwartet sie eine ernsthafte Auseinandersetzung mit den Bildinhalten ihrer künstlerischen Fotografie.

Ulrike Guggenberger
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Zur Autorin: Mag. Ulrike Guggenberger studierte Kunstgeschichte an der Universität Salzburg. Gründungsmitglied der Kunstinitiative KNIE. Projekte zu Kunst im öffentlichen Raum, freie Journalistin und Kunstvermittlerin am Museum der Moderne Salzburg.

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